Humboldt-Universität Berlin, Kulturwissenschaftliches Seminar

Dr. Peter Matussek

Webtop-Publishing, SoSe 1997

Konzeption und Realisation eines interaktiven Kulturführers durch die Spandauer Vorstadt

von Michaela Herzhauser

 

 

 

Ein Besuch im Quartier

 

Zur medialen Präsentation des Kulturwissenschaftlichen Seminars im Internet war meine Idee, ein wenig Lokalkolorit der Umgebung 'Sophiensstraße' aufzuzeigen, um darauf hinzuweisen, in welcher einmaligen kulturellen Lage unser Institut gelegen ist. Dies bedeutet, auf einen Ort zu verweisen, der historisch und kulturgeschichtlich geprägt ist, der durch seinen Quartiercharakter das ermöglicht, was die Stadt der 90er Jahre normalerweise nicht mehr anbietet: nämlich ein Areal der ältesten erhaltenen Grundrisse der Berliner Stadterweiterungen mit Elementen mittelalterlicher Stadtplanung, wo sich heute Freiräume finden und diese auf unterschiedliche Weise genutzt werden. Besonders Bildende Künstler sehen gerade hier ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Historische Bauten finden so seit 1990 eine Wiederbelebung, die zu einer einmaliger Kunst- und Kulturlandschaft führt.

 

So entstand zunächst die Idee, Kunst- und Veranstaltungsorte aufzuzeigen, diese in Schrift, Bild und Video zu präsentieren und auf aktuelle Termine hinzuweisen. Doch durch die Menge an Orten und Aktionen war klar, daß ich keinen ausführlichen Kunstführer leisten konnte. So entschied ich mich nur für einen Lageplan, der einzelne Orte kennzeichnet.

Bei der Recherche stieß ich schließlich auf die Kulturbaracke, die ein Knotenpunkt zwischen dem Kulturwissenschaflichen Seminar und der offenen Kunstszene darstellt. Die Kulturbaracke ist eine Initiative von Studenten der Kulturwissenschaft, die auf einem Universitätsgelände in Mitte einen Ort gefunden haben, um eine Plattform für Kunst- und Kulturschaffende zu ermöglichen. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, Aktionen und Parties statt, weiter besteht die Möglichkeit in einem Fotolabor und in einer Werkstatt zu arbeiten, sowie vorhandene Musikausstattung zu nutzen.

Hier sah ich nun die ideale Verwirklichung meiner ursprünglichen Idee einer ganzheitlichen Präsentation: Ich biete keiner kommerziellen Galerie eine kostenlose Werbefläche im Internet, verweise zugleich auf unser Institut und mache Interessierte auf die Möglichkeiten in der Kulturbaracke aufmerksam.

 

 

Somit gliedert sich die Struktur meiner Arbeit zunächst in drei Ebenen:

 

Ebene 1:

Seite 1:

Ausgangspunkt meiner Arbeit ist zunächst ein Lageplan, um eine erste Orientierung zu ermöglichen und um unser Institut und die Kulturbaracke zu verorten.

Den Lageplan habe ich mit Photoshop erstellt: Er zeigt das Areal rund um die Sophienstraße, ist schlicht gehalten und nur markante Straßennamen, sowie das Kirchen- und Synagogensymbol und U- und S-Bahnstationen sind eingetragen. Die Gestaltung wollte ich so einfach wie möglich halten, um eine Übersichtlichkeit zu wahren. Zur Markierung der Orte habe ich mich für rote Dreiecke entschieden, da das Dreieck am ehesten einen festen Punkt andeutet, und die Signalfarbe Rot dem Benutzer zeigt, daß er an diesem Punkt aktiv werden kann.

Um das Institut zu kennzeichnen wollte ich nicht noch zusätzliche Schrift in den Plan einbinden, sondern habe mit Java-Script gearbeitet, so daß bei Mausberührung links vom Dreieck die Adresse erscheint. Ein Anklicken auf das Dreieck führt den Benutzer auf die Homepage des Instituts. Wobei hier zu überlegen ist, weitere Seiten zu gestalten: Und zwar Seiten, die in vielschichtiger medialer Bearbeitung unser Institut vorstellen (Fotos, Videos, vielleicht einen Gebäudeplan usw.), und man somit bei Anklicken auf das Institutsdreieck zu diesen Seiten gelangt.

Die Kulturbaracke ist nicht weiter ausgezeichnet um eine Priorität zum Institut zu wahren. Bei Mausklick auf das Kulturbaracken-Dreieck kommt man auf die nächste Ebene Kulturbaracke.

 

Als Überschrift wählte ich einen Willkommenstext: "Willkommen im Kunstraum Berlin-Mitte". Bei 'Berlin-Mitte' wäre noch ein Link zu setzen, der zu Seiten führt, die anhand von Fotos und ein wenig Text das Quartier widerspiegeln.

 

Links neben dem Lageplan steht eine Einführung zu den Seiten, und am Ende der Seite biete ich anhand meiner E-mail-Adresse die Möglichkeit zu Kommentaren oder Anregungen.

 

Von dieser ersten Seite aus gibt es nun zwei Links zu a) den Galerien und b) zu den Cafés.

 

 

Ebene 2:

a)Galerien:

Bei den Überlegungen zur Gestaltung eines Galerieführers orientierte ich mich an einem herkömmlichen Galerie-Folder. Der klassische Führer weist einen Ortsplan mit numerierten Icons auf; anhand von der Nummernfolge ist die Adresse, Öffnungszeiten usw. abzulesen. Selbst auf einem "greifbaren" Blatt Papier kann dies schnell zur Verwirrung und Unübersichtlichkeit führen, wenn wie z.B. ein Berliner Galerien-Führer nahezu 80 Nummern aufweist, die zudem nicht numerisch geordnet sind (BERLINER GALERIEN, eine Initiative des Landesverbandes Berliner Galerien e.V., April-Juni '97).

Diese Art der Gestaltung ist für eine Arbeit im Internet undenkbar.

In meinen Galerieführer habe ich 26 Galerien in Mitte aufgenommen, und ich sah keine Möglichkeit einen Ortsplan und zugleich 26 Adressen übersichtlich auf einer Seite unterzubringen, ohne dem Benutzer eine aufwendige Nummernsuche zuzumuten.

Daher arbeitete ich mit Java-Script, welches es ermöglicht, die Adressen der Galerien vorerst "versteckt" zu halten und bei Bedarf (durch Mausberührung) diese in einem separaten Fenster anzeigt.

Ich verwendete den gleichen Lageplan wie auf der ersten Seite und markierte alle Galerien mit roten Dreiecken. Zusätzlich biete ich dem Nutzer die Möglichkeit durch Anklicken auf das Symbol auf eine externe Galerieseite zu gelangen, sofern ich eine weiterführende Adresse im Internet gefunden habe.

 

Es gibt zwei weitere Links auf dieser Seite:

Zum einen ein schlichtes Icon, durch welches man durch Anklicken wieder auf die erste Seite gelangt. Und weiter ein animiertes GIF, das zur Homepage des Instituts führt. Das animierte GIF stellt einen Auszug aus dem Stadtplan dar, in dem ein rotes Dreieck auf dem Weg "nach Hause" (auf dem Auszug mit 'home' gekennzeichnet) ist. Zur Idee: ich wollte kein herkömmliches 'Home'-Symbol verwenden, sondern suchte nach einer Möglichkeit, die zum Inhalt paßt und auch ein wenig Bewegung in die Seite bringt.

 

b) Cafés:

Hier arbeitete ich wie unter a) beschrieben und habe lediglich Galerien durch Cafés ausgetauscht. Durch die große Anzahl an Cafés, Kneipen, Bars usw. habe ich mich auf Cafés beschränkt, d.h. vor allem auf Orte, die tagsüber geöffnet sind und Nutzern während der üblichen Uni-Zeiten Entspannung liefern können.

 

 

Ebene Drei:

Kulturbaracke:

Hier ist nun eine ausführliche Präsentation eines Ortes geplant.

Vorerst gibt es auch hier eine Startseite, die ein Foto und die Adresse der Kulturbaracke zeigt. Hier wird dann noch ein Link nötig, der zu weiteren Seiten der Kulturbaracke einladen soll.

Da in der Kulturbaracke Galerieräume und ein Café betrieben werden, ist von der Galerieseite und von der Caféseite ein Link zur Kulturbaracke gesetzt.

 

Hier sehe ich nun ein Projekt für das kommende Semester, um die Kulturbaracke detailliert vorzustellen:

eine Galeriebeschreibung; d.h. Informationen über vorangegangen, aktuelle und zukünftige Ausstellungen,

Veranstaltungshinweise,

Möglichkeiten zur Nutzung der Kulturbaracke und

die Entstehungsgeschichte.

 

 

 

Insgesamt war mir an der gesamten Arbeit daran gelegen, alle Seiten so übersichtlich wie möglich zu gestalten. Da ich daher hauptsächlich mit Java-Script gearbeitet habe, bin ich auf mögliche Fehler erst nach Ablegen der Seiten auf dem Server gestoßen (z.B., daß derzeit nicht alle Browser Java-Script akzeptieren, und daß es zu Ladeschwierigkeiten kommt). Doch denke ich, daß die Tendenz dahingehend ist, daß vermehrt mit Java und Java-Script gearbeitet wird und sich diese Probleme von selbst lösen.

Meine Erfahrung beim Prüfen der Seiten auf anderen Rechnern ist eindeutig, daß alle PCs, die mit dem Netscape-Browser (ab 3.0) arbeiten, Java-Script ohne Fehler erkennen und die Seiten einwandfrei dargestellt sind.